Saale-Brücke

Unsere Vorfahren konnten nicht über eine Brücke von Kaulsdorf nach Eichicht und zurück gelangen - sie durchquerten die Saale über eine Furt an der Saalmühle. Bei mittlerem bis niedrigen Wasserstand war dies unproblematisch, aber bei Hochwasser musste man geduldig warten, bis die Saale wieder zu überqueren war. Fussgänger mit dem nötigen Geld in der Tasche konnten sogar eine Fähre nutzen, der Sparsame erreichte Eichicht bzw. Kaulsdorf nur mit nassen Füßen.

Im Jahr 1841 sollte dies ein Ende haben, denn seitdem gibt es eine Saalebrücke, die mit dem Ausbau von Landstrassen einherging. Die Benutzung war aber nicht kostenlos, so dass bis zum Beschluss des Landtags 1926 sparsame Fußgänger den zu bezahlenden Brückenzoll umgingen und weiterhin mit hochgekrempelten Hosen die Saale passierten.1861 stellte man fest, dass die aus hölzernem Balkenwerk gebaute Brücke den Belastungen des modernen Verkehrs nicht gewachsen war und ersetzte sie durch eine Eisenbrücke.

In den Jahren 1938/39 wurde eine Ortsumgehungsstraße gebaut, die auch einen Neubau der Saalebrücke mit einschloß. Umso dramatischer war es, dass im April 1945 - kurz vor Ende des 2. Weltkrieges - die erst neu erbaute Brücke das gleiche Schicksal wie fast alle Brücken der näheren Umgebung hatte: sie wurde gesprengt. Da die Brücke total zerstört war, wurde die Furt durch die Saale wieder benutzbar gemacht. Neubau der Saale-Brücke 2004Die Reparaturarbeiten an der Brücke verliefen in unheimlicher Geschwindigkeit, so dass sie schon im September 1945 für den Verkehr freigegeben werden konnte.  

Unsere Saale-Brücke ist ein echtes "BAU-Werk", denn im Jahr 2004 wurde der Abriss und ein Neuaufbau der Brücke erforderlich, weil die Bausubstanz dem heutigen Schwerlastverkehr nicht mehr gewachsen war.

 

Quelle: Werner Dietzel, Heimatbücher 1 und 2